
Barcelona, Spanien / Mönchengladbach, Deutschland – Im Zuge ihrer fortlaufenden Bemühungen, den Kader umzustrukturieren und die Finanzen zu stabilisieren, soll der FC Barcelona dem Bundesligisten Borussia Mönchengladbach den dänischen Innenverteidiger Andreas Christensen angeboten haben. Erste Hinweise deuten jedoch darauf hin, dass die Gladbacher nicht daran interessiert sind, vorschnell auf das Angebot einzugehen.
Wie unter anderem Sky Deutschland berichtet, hat Barcelona Christensen auf die Transferliste gesetzt, da man vor Schließung des Transferfensters Spieler abgeben will. Der 28-jährige Abwehrspieler, der 2022 ablösefrei vom FC Chelsea nach Katalonien wechselte, scheint unter Trainer Hansi Flick keine zentrale Rolle mehr zu spielen. Die Verpflichtung jüngerer Alternativen sowie die starke Konkurrenz durch etablierte Spieler haben ihn in der Rangordnung zurückfallen lassen.
Barcelonas Beweggründe:
- Finanzielle Entlastung: Die Abgabe von Christensen und seines üppigen Gehalts würde Barcelona unter den strengen La-Liga-Regularien zur Finanzkontrolle dringend benötigten Spielraum verschaffen.
- Kaderbalance: Mit Spielern wie Ronald Araújo, Jules Koundé, Pau Cubarsí und Neuzugang Mikayil Faye im Kader ist die Innenverteidigung gut besetzt. Ein Abgang Christensens würde Platz schaffen und womöglich noch eine kleine Ablösesumme einbringen.
- Neustart für den Spieler: Christensen, technisch stark und spielintelligent, konnte sich bislang nicht dauerhaft als Stammspieler im Camp Nou etablieren. Ein Wechsel könnte seiner Karriere neuen Schwung verleihen.
Die Haltung von Borussia Mönchengladbach:
Auch wenn die Verbindung zu Christensen für Gladbach-Fans spannend klingt, soll der Verein laut Berichten äußerst zurückhaltend bis skeptisch reagieren:
- Gehaltsstruktur: Christensens aktuelles Gehalt bei Barcelona liegt deutlich über dem, was Gladbach gewöhnlich zahlt. Eine Anpassung an seine Forderungen würde das interne Gefüge sprengen.
- Ablösesumme: Selbst wenn Barça zu einem Schnäppchenpreis oder einem Leihgeschäft mit Kaufverpflichtung bereit ist, stellt eine Ablöse eine zusätzliche Hürde für den finanziell vorsichtigen Klub dar.
- Alternative Optionen: Unter dem neuen Trainer Roberto De Zerbi prüft Gladbach andere Verteidiger, die besser in das finanzielle und sportliche Konzept passen. Man sucht Verstärkung für die Defensive, aber Christensens Gesamtpaket gilt als schwer tragbar.
- Keine Dringlichkeit: Laut Bericht sei der Deal für Gladbach derzeit „kein Thema“ – ein deutliches Zeichen, dass er keine Priorität hat und angesichts der finanziellen Hürden nicht ohne Weiteres zustande kommen wird.
Christensens Profil:
Trotz aller Hindernisse bleibt Christensen ein Verteidiger von internationalem Format. Seine Erfahrungen bei Chelsea und Barcelona, seine Ruhe am Ball sowie seine Spielintelligenz machen ihn für viele Teams attraktiv. Seine Erfolge in Premier League und La Liga sprechen für sich. Zudem hat Gladbach eine gute Tradition mit dänischen Spielern (u. a. Hjulmand, Nielsen, Poulsen), was ein kultureller Vorteil sein könnte.
Wie geht es weiter?
Das potenzielle Geschäft befindet sich offenbar noch in einem sehr frühen Stadium und wird hauptsächlich durch Barcelonas Verkaufsdruck angetrieben. Auch wenn Christensen sportlich eine klare Verstärkung für Gladbach wäre, dürften die finanziellen Realitäten ein Transferhindernis bleiben. Sollte Barcelona nicht bereit sein, einen Großteil seines Gehalts zu übernehmen oder auf eine Ablöse zu verzichten – und Christensen selbst deutlich kürzertritt –, erscheint ein zeitnaher Wechsel unwahrscheinlich.
Gladbachs aktuelle Haltung lässt sich wohl als höfliches Desinteresse beschreiben – bedingt durch die finanziellen Rahmenbedingungen. Barcelona wird sich wohl weiter nach Abnehmern für den dänischen Nationalspieler umsehen, während Gladbach defensiv realistischere Alternativen prüft. Die Geschichte zeigt einmal mehr, wie komplex und finanziell sensibel der heutige Transfermarkt geworden ist.
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